Masterarbeitsthemen zu vergeben zur „Identifizierung und Charakterisierung von krankheitsbezogenen immunreaktiven Pilzantigenen“


Institut für Immunologie/Molekulare Pathogenese
Biomedizinisch Biotechnologisches Zentrum
Veterinärmedizinische Fakultät
Universität Leipzig


Humanpathogene Pilze verschiedener Spezies gewinnen in den letzten Jahren zunehmend als Krankheitserreger an Bedeutung. Jährlich erkranken circa 1,3 Millionen Menschen an systemischen Pilzinfektionen. Dabei betreffen Pilzerkrankungen vor allem Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, was beispielsweise bei AIDS-Patienten, Organtransplantat- oder Chemotherapie-empfänger der Fall ist. Die Prävalenz von systemischen Pilzinfektionen ist dabei maßgeblich in Krankenhäusern und Intensivstationen erhöht, wenn konkurrierende Bakterien zusätzlich durch Breitbandantibiotika reduziert werden. Weiterhin können oberflächliche Pilzinfektionen, wie Vaginalpilz und Soor, auch bei immunkompetenten Personen auftreten. Auf Grund des immensen Vorkommens von Pilzen und Pilzsporen in der Atemluft stehen Pilze des Weiteren im Verdacht asthmatische Erkrankungen zu begünstigen.
Sowohl die Diagnostik als auch die Behandlung von Pilzerkrankungen ist bisher unzureichend. Antifungale Substanzen müssen oft über mehrere Wochen bis Monate eingenommen werden und verursachen starke Nebenwirkungen. Die Entwicklung neuer Therapiestrategien ist daher von großer Wichtigkeit.
Unsere Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit der Erforschung alternativer Therapiestrategien auf Basis der Interaktion von Immunzellen mit den Pilzen. Unser Hauptziel ist derzeit die Identifizierung und Charakterisierung von immunreaktiven Proteinantigenen der Pilze. Diese Antigene stellen Interaktionsstellen zwischen Immunsystem und Pilzen dar und eignen sich daher als Ansatzpunkt für die Entwicklung von Impfstoffen oder Immuntherapien. Hierbei verwenden wir unter anderem verschiedene immunologische Assays (ELISA, Durchflusszytometrie, Multiplex), immunproteomische Methoden (SDS-Page, WesternBlot, 2D Gelanalyse) und molekularbiologische Methoden (Zellkultur, qRT-PCR).
Einen Überblick über die Methoden und unsere Arbeiten bieten folgende unserer Publikationen:
 Sci Rep. 2018 Feb 8;8(1):2681
 Med Mycol. 2015 Aug;53(6):576-86
 Eur J Immunol. 2014 Dec;44(12):3596-604
Bei Interesse bitte bei Frau Dr. Bianca Schulze (bianca.schulze@uni-leipzig.de) melden.

Aktuelle Masterarbeitsthemen „Kelch-Proteine als Master-Regulatoren des Keratin-Abbaus“

Das Keratin-Zytoskelett unterliegt in allen Epithelien, vor allem in der Haut, einem ständigen Streß, der zur Bildung zytoplasmatischer Keratin-Aggregate führen kann. Außerdem führen Mutationen in epidermalen Keratin-Genen zum Kollaps des Zytoskeletts in Aggregate, welche typisch für genetische Erkrankungen wie Epidermolysis Bullosa Simplex sind. Die Aufklärung von Mechanismen, welche zur Bildung und zum Abbau von Keratin-Aggregaten führen, ist eine essentielle Voraussetzung für die Entwicklung molekularer Therapieansätze für solche Erkrankungen.

Wir haben kürzlich das Protein KLHL16 identifiziert, welches normale und mutierte Keratine erkennt und den proteasomalen Abbau vermittelt. Wichtige Ziele sind die Aufklärung von Erkennungsmechanismen, mit denen KLHL16 Keratine erkennt und die Identifikation weiterer beteiligter Proteine. Außerdem soll die Aktivität von KLHL16-verwandten Proteinen beim Abbau von Keratinen während der Differenzierung der Haut, unter mechanischem Streß und in genetischen Hauterkrankungen untersucht werden.

Unsere Arbeitsgruppe setzt ein breites Spektrum zell- und molekularbiologischer, biochemischer sowie lichtmikroskopischer und bioinformatischer Methoden ein.

Bei Interesse setzen Sie sich bitte mit Prof. Thomas Magin (thomas.magin@uni-leipzig.de) in Verbindung.